Mexico: Gehr’s sind wieder unterwegs!

Mar 10th, 2012 Posted in Uncategorized | 1 Kommentar »

Gehr’s sind wieder unterwegs! Ziemlich genau ein halbes Jahr hat es gedauert, bis wir nun das große Gepäck wieder packen, ein paar Langstreckenflüge gebucht haben und den Tag herbeisehnen, wo wir dem musikgleichen Klang der Turbinen wieder lauschen können!

Wie ja viele schon wissen, versuchen wir ja nach besten Möglichkeiten (ich Drücke das so aus, weil es ja immer etwas schwierig sein wird, ein Jahr der nahezu kompletten Freiheit wieder gegen den Alltag auszutauschen) wieder in der Schweiz sesshaft zu werden. Das neue Wohnungsprojekt lässt uns im Moment nicht viel Zeit für lange Reisen. Deshalb haben wir uns spontan für ein Last-Minute-Angebot für Mexico entschieden. Neun Tage wollen wir in die Sonne, die Katalogbilder vom azurblauen Meer ködern uns… Doch sind wir tatsächlich noch Pauschaltourismus- und All-Inclusive-kompatibel? Ein mit einem „kleinen Zwinkern“ geschriebener kleiner Bericht.

 

Der Selbstversuch.

 

Samstag, 18.02.12: Es heißt früh aufstehen. Um 6.30 Uhr müssen wir am Flughafen sein, um unseren Zubringerflug nach Düsseldorf zu erwischen. Mit Air Berlin fliegen wir direkt nach Cancun in Mexico. Wir sind froh – kein Einreisen in Amerika, keine Verbindung mit nervigen Aufenthalten irgendwo. Dafür selbstverständlich aber ein riesiger “Ferienbomber”, damit verbundenen Leuten, die schon in Strohhut und Hawaiihemd einchecken, enge Sitzreihen und schlechtes Englisch der ausnahmslos Ü40 Stewardessen. Aber was soll’s… Man kann ja nicht immer Singapore fliegen, oder?!

Ungefähr 12 Stunden, zwei Runden “Chicken or Pasta” und einem selbstverständlich tosenden Landeapplaus später kommen wir pünktlich in Cancun an. Wir entfalten unsere Glieder und freuen uns auf das Meer… Es ist ja erst 15 Uhr Ortszeit – die letzten Sonnenstrahlen sollten wir im Hotel angekommen also noch erwischen.

Ein Bus fährt uns vom Rollfeld zum Eingang der Passkontrolle. Schon an einem so frühen Stadium unserer Ferien verteufeln wir den Pauschal- und Massentourismus: Hunderte Flip Flop- und Hawaiihemdtouristen passen noch nicht einmal in das Gebäude!!!!

Um eine sehr lange Story kurz zu machen – vorher erwähntes war nur der Anfang. Wir warten geschlagene drei Stunden, bis wir mit unserem Gepäck endlich aus dem Flughafengebäude gehen können. So ein Feuerwerk an Administrationschaos ist für uns weltweite Premiere.

Eine weitere Stunde später kommen wir in unserem Hotel an. Der Traum vom Meer wird für heute durch eine Margaritha ersetzt…

 

Tag 1: Der Schock. Was genau haben wir uns eigentlich dabei gedacht, ein Hotel mit knapp 1000 Zimmern zu buchen?! Wir fühlen uns wie in einem zu groß geratenen Center Parks Feriendorf mit zeitgleicher OLMA. Neonfarbene Poolspielzeuge, ein Animationsteam von Grösse mindestens vier Fußballmannschaften, laute Musik, kantinenmässiges Ambiente am Hauptbuffet… Zum Glück haben wir ein Zimmer im “Adults only”-Bereich und können auch entsprechenden Strandabschnitt und Pool benutzen. So bleiben uns wenigstens die Millionen von schreienden Kindern erspart… Naja ob die schon um 15 Uhr betrunkene Amerikanergruppe besser ist…

Nichtsdestotrotz versuchen wir, nicht alles so streng zu sehen… Das Meer ist selbstverständlich wundervoll, die Mexikaner wirklich lustig und supernett und sie geben sich ja alle so sehr Mühe…

Für den Abend reservieren wir beim französischen Restaurant, eines der sieben Spezialitätenrestaurants. Das Menue ist weder in die Kategorie “essbar” noch “Französisch” einzuordnen. Soviel dazu. Soll ich jetzt wirklich noch über das Abend-Animationsprogramm berichten???

 

Tag 2: Die Verdrängung. Der Fluch des Jet-Lags: Wir sind schon um 5 Uhr am Morgen hellwach. Doch das hat auch seine guten Seiten: zum einen können wir frühzeitig die Liegen am Pool reservieren (SOWAS von SCHERZ!!!) und wir geniessen den Sonnenaufgang ganz allein am riesigen Strand von Playa del Carmen! Wir kuscheln uns in eine Strandliege, lassen uns die frisch/salzige Meeresluft um die Nase wehen und wärmen uns an den ersten goldig-roten-Sonnenstrahlen. Fast zu schön um wahr zu sein…

Ausserdem versuchen wir uns heute azyklisch zu den Massen zu bewegen und bleiben später dann doch am Pool. wir spielen ein wenig Wasservolleyball mit einigen anderen Pärchen und der Vormittag ist wirklich entspannt und nett. Bis uns der Roomservice (zum nächsten Restaurant sind es aufgrund der Größe des Hotels mindestens 15 Minuten) mit einem “Clubsandwich” den Magen verdirbt und die nächste Betrunkene Ami-Gruppe auftaucht…

Bei einem Vodka-Martini (natürlich aus rein medizinischen Zwecken) Buchen wir übers Internet einen Mietwagen. Irgendwie müssen wir hier raus. Wir entscheiden uns für zwei Tage. Just in Case.

 

Tag 3: Die Verarbeitung. Mal ganz pragmatisch betrachtet: Eigentlich haben wir hier ja wirklich viele Möglichkeiten… Mittlerweile haben wir einige Plätzchen entdeckt, wo man den Massen entfliehen kann. Es liegt ja an uns, das Beste herauszuholen! Die Rahmenbedingungen stimmen ja sowieso, die Sonne strahlt aus allen Knopflöchern, Pool, Meer – alles wundervoll!

Heute ist also der Tag, um die voreile zu genießen und auszukosten. Der Adults-Only-Pool hat einen kleineren, ruhigeren Teil ohne Musik, weniger Leuten, ohne Poolbar und mit riesigen “Loungen”. Auch das Fitnessstudio und den Pool des Spa-Bereichs haben noch nicht so viele Leute entdeckt. Die Animateure bleiben uns so auch erspart… Wobei die armen Kerle ja wahrscheinlich auch nichts dafür können, wenn sie ständig in Frauenkleidern irgendwelche doof-Touristen bei Laune halten müssen… Außerdem beschließen wir die zwei Tage Mietwagen wirklich auszukosten. Wir buchen ein Hostel in Meridia, einer kleinen Stadt im Westen der Yucatanhalbinsel… Wir werden also doch einen etwas grösseren Ausflug Ende der Woche machen. Und das Problem mit den komischen Restaurants lösen ihr auch: wir essen einfach im Dorf in einem feinen mexikanischen Seafood-Restaurant. So geht’s doch wunderbar!

 

Tag 4: Die Annahme? Nach dem Frühstück steuern wir sofort unsere “Lounge” am Pool an.  Wir wollen einen ähnlichen Tagesablauf wie gestern. Dumm nur, dass am Mittag genau die Teile des Hotels Stromausfall haben, wo sich Fitnessstudio und Sportsbar (Spiel Basel – Bayern) befinden… Soviel zum Thema Luxus… Aber so genießen wir den Rest des Tages am Strand mit ein wenig Beachvolleyball.

Am Abend vor der Versammlung holen wir auch endlich unser kleines Autoli ab mit dem wir die nächsten Tage um die Insel kurven werden.

 

Tag 5: Der Glückstag. Wir stehen früh auf, um den Tag bestmöglich auszukosten. Bereits um 8 Uhr sind wir am den Maya-Ruinen von Tulum. So kurz nach Türöffnung ist der Parkplatz noch leer und nur wenige Leute sind in der Anlage. Es ist beeindruckend! Die Ruinen befinden sich auf Klippen direkt über dem Meer. Wir schlendern durch die Anlage, die aus teilweise recht gut erhaltenen Tempeln, Häusern und Teilen der Stadtmauer besteht. Nach unserem Besuch beobachten wir bei einem feinen Glace, wie sich die Massen ihren Weg vom Parkplatz her bahnen. Echter Züri Fescht Charakter! Wir sind froh, stecken wir da nicht dazwischen!

Anschliessend fahren wir weit nach Coba – einer weiteren Ausgrabungsstätte. Wir sind noch nicht lange auf der fadengeraden Strasse unterwegs, schon ertönen Sirenen und zwei Polizisten umzingeln uns mit ihren Motorrädern. Ein mulmiges Gefühl erfüllt meinen Magen… Jetzt ist es gerade 10 Uhr am morgen und schon haben wir die mexicanische Polizei am Hals! Ein mehr oder weniger gut gelaunter Officer steht vor dem Seitenfenster. Selbstverständlich auf Spanisch erklärt er uns unser “Vergehen” – wir hätten (auf der circa 10 Meter breiten Fahrbahn) zu knapp vor dem Gegenverkehr (ein auf dem Standstreifen stehendes Fahrzeug) überholt. Aha. Ja, das macht (keinen) Sinn. Wir geben uns – natürlich ebenfalls auf Spanisch – einsichtig… Und kommen mit ein bisschen Smalltalk und einer Verwarnung davon…

Die Ausgrabungsstätte Coba ist sehr weitläufig und die Tempel liegen im Dschungel verstreut. Deshalb mieten wir am Eingang zwei Fahrräder um schnell die circa 6 Kilometer zwischen den Ruinen zurücklegen zu können. Das Biken mitten im Urwald so über Stock und Stein ist echt cool und macht Spass und auf eine der Pyramiden kann man sogar noch heraufklettern… Aber das besondere Entertainment ist nicht, das selber zu machen, sondern den Anderen dabei zuzusehen! Die Mayas hatten es eben nicht so mit breiten Stufen…

Wer auf der Yucataninsel Urlaub macht, kommt quasi automatisch mit den “Cenotes” in Berührung. Das sind Untergrund-Höhlen im Landesinneren, in denen man baden, schnorcheln oder auch tauchen kann. Die Meisten von ihnen sind jedoch mega-touristisch und teuer. So hatten wir schon fast den Gedanken verworfen eine zu besuchen. Wir hören jedoch, während wir in Coba unter einem Baum eine kleine Pause machen, wie ein Mexikaner einem Pärchen von drei lokal geführten Cenoten ganz in der Nähe erzählt. Danke für den Tipp – da fahren wir doch grad mal hin!

Nur 7 Kilometer weiter ist die Einfahrt. Mitten im Urwald steigen wir durch ein Loch im Boden über eine enge Treppe in eine dunkle Höhle hinab. Ich frage mich, was mich mehr gruselt, die drei in der Hängematte schnarchenden Mexicaner (Aufpasser) oben oder die Dunkelheit unten. Es wird auch immer kälter, je weiter wir nach unten steigen… Ich glaub, ich brauche gar keine Erfrischung mehr. Doch mit einem Mal öffnet sich unter uns eine geräumige Tropfsteinhöhle mit einem beleuchteten Pool in der Mitte. Eine handvoll anderer Touris hängen schon im Wasser. Es ist einfach WWWWOOOOOWWWW!!!!!! Wir springen in das absolut glasklare Wasser. Es ist wirklich superspeziell hier. Der helle Wahnsinn.

Wir besuchen auch noch eine zweite Cenote. Diese ist größer, hat dafür aber keine so schönen Tropfsteinformationen. Mutige können von einer Plattform aus circa 7 Metern in das Bassin springen. Ich gehöre nicht dazu, genieße aber das spezielle Ambiente.

Jetzt knurrt uns der Magen. Jetzt nach der normalen Mittagszeit hat nur noch ein etwas größeres Restaurant, in touristengünstiger Lage geöffnet. Wir sind skeptisch, weil ja solche Läden eher den Hang dahin haben, Schrott zu servieren… Aber irgendwas müssen wir ja essen. Und wir werden überrascht! Die Nachos feurig, die Guacamole so cremig wie meine Nachtcreme von Vichy und die Tacos…. aahhhh!!! Ein Gedicht! Wir gewinnen außerdem noch eine Erkenntnis: Wir waren auf der ganzen Weltreise auf der Suche nach dem schärfsten Essen. Nein, man findet es nicht in Asien, nicht bei den Indern… Man findet es zweifelsohne hier in Mexico!

Zufrieden und vollgefuttert fahren wir weiter. Ziel ist Merida, eine Stadt im Osten der Halbinsel. Wir kommen quasi an “Chichen Itza” vorbei, der wichtigsten Maya-Ausgrabungsstätte, bekannt für seinen Platz als eines der sieben Weltwunder und dafür stets hoffnungslos überlaufen zu sein. Da Reto es ja schon kennt, will ich uns das eigentlich nicht antun. Wir beschließen allerdings, doch vorbei zu fahren und den Füllstand des Parkplatzes zu beurteilen. Es ist bereits 17 Uhr und so kurz vor Einlasschluss (Reiseführer sagt bis 18 Uhr) kann man ja eventuell noch Glück haben. Jedoch wimmelt uns der Parkwächter schon ab – es sei bereits geschlossen. Reto dreht um… Ich habe Angst, dass wir ihn falsch verstanden haben und insistiere noch ein zweites Mal zu fragen… Mit rollenden Augen lässt er uns durchfahren und meint, wir sollen doch selber an der Kasse fragen, wenn wir ihm nicht glauben. Der Parkplatz ist schon halb leer, die Massen strömen aus der Anlage, als wir an der Kasse stehen. Natürlich ist es schon geschlossen. Doch der nette Christobal, mit dem wir ein kleines Schwätzchen halten (wieder sind wir froh ums Spanisch), sagt uns leise von der Seite, dass wir mal seinen Kollegen, einen anderen Guide fragen sollen, ob er uns nicht doch noch durchlässt. Das ganze wird ein Staatsakt von fünf Leuten… Wir “lösen” ein exklusiv, nur für uns erfundenes, “Spezial-Abend-Exclusiv-Ticket” (da gibt es auch keine Quittung für) und gehen tatsächlich, als alle Touristen raus sind, in das Menschenleere Weltwunder Chichen Itza. Und damit nicht genug: wir erhalten eine Führung, Sonnenuntergang inclusive und wir dürfen außerdem in die Bereiche, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Wir sind völlig außer uns! Das hätten wir nicht mal zu träumen gewagt! Und dafür war’s noch echt ein Schnäppchen, dieses “Spezialticket”…

Jetzt rappeln wir nur noch die letzten zwei Stunden bis Merida runter. Als wir in dem kleinen Guesthouse ankommen, haben wir circa 400 Kilometer überwunden. Wir sind recht müde. Deshalb stolpern wir in das nächstbeste Restaurant hinein, um noch schnell eine Kleinigkeit zu essen… Wir wundern uns, wo die Kellnerin mit uns hin will, als wir um einen Tisch für zwei Personen bitten… Wir laufen durch den scheinbar endlosen Korridor des Gebäudes… Bis wir an einem Tisch hält machen, quasi im Garten des Innenhofes von wo man die beleuchtete, historische Kirche von Merida sieht… Natürlich ist das essen ebenso wundervoll, wie das romantisch-loungige Ambiente…

Als wir später im Bett liegen und die Notdürftige Klimaanlage röhrt wissen wir wirklich: heute war der absolut perfekte Glückstag…

 

Tag 6:  Der Travelspirit ist zurück! In unserem kleinen Guesthouse ist das Frühstück um 8.30 Uhr und besteht aus etwas Brot, Konfi, Früchten, einer feurigen Tomaten-/Zwiebelsalsa und einem liebevoll panierten und gebratenen Pouletschnitzel. Mal ‘was Anderes…

Wir wollen uns heute Morgen Merida etwas anschauen. So laufen wir in das historische Zentrum. Kaum an der “Plaza Mayor” (Hauptplatz) angekommen, werden wir von einem Herren mittleren Alters angequatscht. Heute hätte es etwas Wind, das sei ja etwas angenehmer bei der Hitze… Zwar sind wir etwas irritiert, man weiß ja nie, was die einem mit einem Mal verkaufen wollen, wir beginnen aber trotzdem einen kleinen Smalltalk auf Spanisch mit ihm… ist ja auch immer gut ein bisschen zu üben. Er fängt an, uns Sachen über die Stadt und die alten Gebäude zu erzählen… Er will uns wohl wirklich nichts verkaufen. Wir fragen ihn nach einem guten Ort eine Hängematte aus “Sisal” zu kaufen (das ist ein aus Mexico stammendes, sehr spezielles – aber auch relativ teures – Material, woraus auch Hängematten hergestellt werden, quasi DAS Souvenir aus Mexico). Er verweist uns auf das “Mundo Maya”, wo es die beste Qualität, die größte Auswahl, Möglichkeit zum Probeliegen und keine Betrügereien gibt. Zudem unterstützt man so die Leute direkt, es ist quasi auch eine Art Hilfswerk. Einen ungefähren Preis gibt er uns auch an. Danach verabschiedet er sich. Die Leute in Merida haben wirklich zu viel Zeit zu haben…

Bei so viel freundlichen Tipps ist klar, dass wir uns das auch anschauen gehen. Das ” Mundo Maya” ist ein zweistöckiges Gebäude mit quasi jeder Art traditionellem mexicanischem Kunsthandwerk. Und schon sind wir voll im Thema und liegen sämtliche Hängematten probe – von der klassischen ein-Mann-Variante bis hin zur Familienversion für bis zu fünf Leuten. Es wird gehandelt und gefeilscht, bis wir mit einer Doppelhängematte zufrieden das Haus verlassen.

Jetzt steht  noch etwas Sightseeing auf dem Programm. Die  Plaza und die Stadt ist zwar schön, kann aber nicht mit den Plaza in Lima, Cuzco oder Ähnlichem mithalten. Dafür ist der Markt umso cooler. Er ist riesig und es gibt viel zu sehen. Außerdem spielen überall kleine Bands und es herrscht eine sehr fröhliche und beschwingte Atmosphäre. Wir kaufen getrocknete Chili, scharfe Saucen und essen eine lokale Spezialität an einem der unzähligen kleinen Stände. So haben wir’s gern.

Jetzt müssen wir leider schon weiter, denn wir wollen auf dem Rückweg noch nach Itzamal, der gelben Stadt. Wir fahren circa eine Stunde, bis wir wirklich nur noch gelb sehen… Die haben sich wirklich sogar nach RAL abgestimmt! Es ist wirklich, wirklich schön hier. Leider haben wir nicht so viel Zeit, damit ja noch einen rechten Rückweg vor uns haben. Wir essen Mittag und schauen uns die Plaza Mayor an.

Wir schaffen es sozusagen “auf die Minute” das Auto pünktlich um 19 Uhr zurückzugeben. Es war wirklich ein megatoller Ausflug und wir sind so froh, haben wir die zwei Tage investiert! Einem entgeht ja soviel, wenn man nur auf der Liege am Pool liegt!

 

Tag 7: Der Doppelschock. Wenn man erstmal draußen unterwegs gewesen ist, wird einem anscheinend der Kontrast nur noch stärker deutlich. Alles wirkt wie eine Massenunternehmung (ist es ja auch) und die ganzen stillosen Leute, die schreienden Kinder, die plärrende Musik und die viel zu penetranten Animateure lösen halbe Panikattacken aus. Wir versuchen also wieder und möglichst entgegen der Massen zu bewegen, was heute nicht allzu schwer fällt, denn es gibt ab Mittags immer mal wieder kleine Regenschauer (und die meisten amerikanischen Pauschaltouristen haben ja bekanntlich Angst vor Regen – was wiederum dem Alkoholkonsum keinen Gefällen tut). So sind jedenfalls bald alle Liegen am Strand frei und wir genießen das aufgewühlte Meer und einen frischen, salzigen Wind.

Am Abend wollen wir der Hotelküche nochmals eine Chance geben und versuchen das mexicanische Restaurant. Hier sollte ja die Wahrscheinlichkeit  am Grössten sein, dass wir gutes Essen bekommen. Doch die Jalapenos con Queso lampig, der Thunfischsalat bitter, die Tacos gummig und die Margaritha mit Sprite gestreckt. Dios mio!

 

Tag 8:  Der Letzte.  Eigentlich ist nicht viel anders zu gestern. Wir versuchen uns ruhige Plätzchen auszusuchen und arbeiten an unserem Teint. Am Nachmittag machen wir eine ausgedehnte Shoppingtour nach Playa del Carmen und nutzen einen Vorteil hier: die Schnäppchen.

Außerdem haben wir heute, an unseren letzten Abend, keine Lust mehr auf pappiges Essen, die niemals endende Buffetschlacht, krebsrote Miturlauber, pummelige Animateure im Jacko-Kostüm und Drinks, die man sich gut-saufen muss…. Wir probieren ein Restaurant mit traditioneller Maya-Küche aus – es haut uns um! Die mexicanische Küche ist so vielseitig und Fajitas, Tacos und Buritos sind nur der Anfang. Wir geniessen unter Anderem „Ceviche“ (roher Fischsalat – ein Highlight in fast ganz Südamerika… überall ein wenig anders zubereitet), sensationellen Thunfisch mit Gewürzen, die wir noch nie gegessen haben, Kaktus als Gemüse und selbstverständlich einer „Golden Margaritha“. Hier wird nämlich – anders als beim Tex-Mex-Place um die Ecke – der goldige Tequila und nicht der Weisse für die Margaritha verwendet.

Etwas Besonders ist hier auch die Atmosphäre: das Restaurant ist am Rande einer Cenote, das heisst: bizarr-romantisches Höhlenfeeling bei Kerzenschein. Ein schöner letzter Abend geht zu Ende.

 

Die Abreise ist am nächsten Tag. Unserem Hotel muss man zu Gute halten, dass ein Late-Check-Out möglich gemacht wird. Darum sind wir später noch froh, da wieder die Abfertigung in Cancun eine Katastrophe ist und der Flug mit Air Berlin eher einem Viehtransport gleicht.

 

Das Fazit: Uns hat Mexico sehr gut gefallen. Wir sind uns absolut sicher, dass es hier noch viel mehr zu erleben und zu erkunden gibt. Jedoch beisst sich das für uns mit dem hier „üblichen“ Massen- und Pauschaltourismus. Es war ein Versuch, ob wir ein grosses Hotel mit zweifelsohne endlosen Angeboten (sieben Themenrestaurants, Tennisplatz, Fitnesscenter, Spa, Shows, Animation, ect. Ect.) noch schätzen können – doch wir können es nicht. Schnell kommt uns das Essen nicht mehr authentisch vor und die Freundlichkeit aufgesetzt. Für unser Gefühl muss ja eigentlich das vier- oder fünf Sterne Hotel besser sein, als das kleine Guesthouse für CHF 20 pro Nacht… wobei sich „besser“ für uns über das Authentische, Landestypische und auch Persönliche definiert. Je mehr Typisches man mitbekommt und je näher man bei den Einheimischen ist, desto besser. In einem Riesenhotel, das hauptsächlich amerikanische Touristen ansprechen soll, ist das jedoch ein Interessenskonflikt.

Hätten wir das vorher wissen müssen? Vielleicht. Doch wen sprechen die schönen Katalogbilder und der Gedanke des süssen Nichtstuns nicht an?

 

Für uns steht jedoch fest: der perfekte Urlaub ist für uns der, in dem man das absolut Meiste von Land und Leuten mitbekommt. Neues und Unvorhergesehenes zu erleben ist spannend – und wenn wir schon so weit reisen, wollen wir das auch in jedem Fall mitnehmen.

 

…und das Budget für die letzten drei, vier Nächte im kleinen (!) Superhotel, wird dann auch umso grösser ;-)

 

OUT NOW: Best of our World Trip!

Dec 14th, 2011 Posted in Uncategorized | 3 Kommentare»

 

Wir geben’s zu: Das Best-of Video ist schon länger fertig, doch Vorfreude ist die schönste Freude, nicht wahr?

Wir wünschen Euch viel Spass mit unserem Best-of Video, das heisst: one shot per day, das beste Bild pro Reisetag. 355 Tage, 355 Fotos! Per youtube.com, oder direkt auf www.retoandjennyontour.info/Best_of.mov

Viel Spass!
Reto & Jenny

 

 

INTERVIEW MIT ZWEI WELTREISENDEN

Aug 31st, 2011 Posted in Uncategorized | Hinterlass einen Kommentar! »

Nun sind wir genau zwei Wochen wieder zu Hause. Das Einleben ist, wie wir deutlich merken, ein Prozess… Zwei stressfreie Leute treffen auf die geballte Ladung Bürokratie und schweizer Bünzlitum. Langsam setzen sich alle Eindrücke der Reise ein wenig, die letzten Fotos werden bearbeitet, die Rucksäcke sind ausgepackt und verstaut auf dem Dachboden.

Resumées gibt es viele… Diese in Worte zu fassen ist gar nicht einfach. Deshalb haben wir uns entschieden, Euch eine Zusammenstellung der uns meistgestellten “Klassiker-Fragen” zu präsentieren… Für alle Interessierten, für alle Nachahmer ;-)

Frage 1: WOHER KOMMT IHR?
Jenny: Ich bin aufgewachsen in Deutschland, lebe aber nun schon 8 Jahre lang in der Schweiz.
Reto: Geboren und aufgewachsen in der Ostschweiz und habe die letzten 9 Jahre in Zürich gelebt.

Frage 2: IN WELCHEN LÄNDERN WART IHR UND WIE LANGE?
R & J: Angefangen haben wir in Jordanien (ca. 3 Wochen), Dubai (ca. 1 Woche), Hongkong, China und Tibet (ca. 7 Wochen), Thailand und Kambotscha (ca. 6 Wochen), Indien (ca. 8 Wochen), Fiji (ca. 2 Wochen), Neuseeland (ca. 6 Wochen), Französisch Polynesien (ca. 2 Wochen), Osterinseln (ca. 1 Woche), Santiago de Chile zum Spanisch lernen (ca. 2 Wochen), Peru (ca. 6 Wochen), Brasilien (ca. 5 Wochen), Buenos Aires (ca. 3 Wochen) und Madrid als Abschluss der Weltreise für das letzte verlängerte Wochenende.

Frage 3: WO HAT ES EUCH AM BESTEN GEFALLEN?
Jenny: Das ist eine schwierige Frage und ich kann sie auch eigentlich kaum beantworten. Es gab viele schöne Orte auf dieser Welt und weil sie auch so unterschiedlich waren, ist es fast unfair sie miteinander zu vergleichen.
Besondere Highlights für mich waren jedoch sicherlich Tibet und der Mount Everest, Kambotscha war klasse, Fiji, Indien – weil man es in einem Moment hasst, im Nächsten liebt, die Oster Inseln und auch in Brasilien hatten wir eine Mega-Zeit. Nicht zu vergessen – welch Überraschung – Madrid.
Reto: Im Nachhinein denke ich sehr gern an die kleine Insel Ko Chang zurück, weil das nach der ersten richtig anstrengenden Reisezeit durch China und Tibet extrem erholsam gewesen ist. Aber natürlich war auch das Himalaya-Gebirge, der Manu-National Park mit dem ganzen Wildlife und die Osterinseln für mich – auch fotografisch – absolute Highlights.

Frage 4: WO HAT ES EUCH AM WENIGSTEN GEFALLEN?
Jenny: An manchen Tagen in Indien ;-) Nein, ich muss leider sagen: in Französisch Polynesien. Nicht, weil es nicht schön gewesen wäre – im Gegenteil. Es war nur die stärkste Enttäuschung unserer Erwartungen. Leider ist Tahiti in unseren Augen heruntergewirtschaftet, dreckig und die Leute auf der Strasse unfreundlich. Die Hauptstadt Papeete war komischerweise auch ein Ort, an dem wir uns am Unsichersten gefühlt haben.
Reto: Wenn ich im Nachhinein etwas hätte auslassen müssen, wäre ich wohl über Tahiti drübergeflogen. Zwar war unser Moorea-Aufenthalt sehr nett, aber im Vergleich zu den Kosten und dem Ruf von Tahiti war’s das Ganze nicht wirklich wert. Entweder man fliegt da mit einem Tagesbudget von CHF 1000 hin oder man lässts. Schade eigentlich.

Frage 5: WELCHES IST ALSO EUER LIEBLINGSKONTINENT?
Jenny: Summasumarum gewinnt bei mir Asien vor Ozeanien. Asien hat doch einfach dieses Exotische. Die Märkte, die Gerüche, die vielfältige Küche… die Menschen. Und ein kulturelles Erbe, das weitaus älter ist, als alles, was in z.B. Südamerika “noch übrig” ist.
Reto: Das ist ganz schwierig. Asien kennen wir halt am Besten und bietet eigentlich alles, was Südamerika auch hat (Fauna, Flora, Ruinen…), plus gute, gesunde Küche und Traumstrände/Tauchen. Also denke ich Asien, wobei mir als alter Australien-Fan das nicht leicht über die Lippen kommt.

Frage 6: WELCHES WAR DAS BESTE ERLEBNIS IM ALLGEMEINEN?
Jenny: Meine Top 3: Elefanten im Fluss baden im Dschungel von Kambotscha, das Urwald-Camp im Manu-Nationalpark in Peru mit zwei Jaguar-Sichtungen und eine Nacht mit unseren Brüdern auf den Osterinseln, bei der wir bis 3 Uhr morgens mit 12 Leuten im Wohnzimmer getanzt haben und eine Privatlektion im traditionellen Südseetanz bekommen haben… und der Helikopterflug über die Gletscher in Neuseeland. Waren das schon drei?!
Reto: Ui… Der Moment, als wir im Canyon in Petra um die Ecke kamen und die ersten Ruinen der Stadt (die Treasury) sahen – absolutes Gänsehaut-Feeling. Dann der erste Abend auf den Osterinseln, als ich im perfekten Sonnuntergang meine ersten Maois (Stein-Köpfe) fotografieren konnte. Und natürlich der äusserst seltene Jaguar, auf den ich mich die ganze Reise gefreut habe. Das ist aber nur der Anfang einer extrem langen Liste…

Frage 7: WAS HABT IHR WÄHREND DIESEN JAHRES AM MEISTEN VERMISST?
Jenny: In erster Linie natürlich unsere liebe Familie und unsere Freunde. Ansonsten Sauberkeit… Man glaubt gar nicht, was die Welt teilweise für ein Dreckloch ist! Wenn man eine Woche die Sonne (und die gegenüberliegende Strassenseite) vor lauter Smog nicht sieht, weiss man, da ist etwas falsch!
Reto: Eine Olma-Bratwurst :-) Nein im Ernst, man hält es lange ohne die heimischen Speisen aus, wenn man so viel Abwechslung hat. Am meisten vermisst man schon seine Freunde, das Squashen mit seinem Bruder… und ab Reisehälfte den Lohneingang Ende des Monats.

Frage 8: WIE BEREITET MAN SICH AUF EINE SOLCHE EINE REISE VOR?
Reto: Mit einem Stapel Lonely-Planets. :-) Natürlich gibt es eine ganze Liste von Dingen, an die man denken muss, dafür gibt’s aber Foren und Websites, die weiterhelfen. Ansonsten – einfach sich nur drauf freuen, genügend Speicherkarten und Back-ups einpacken und mit der Einstellung losgehen, möglichst jeden Moment zu geniessen oder zumindest daraus zu lernen.
Jenny: Nicht vergessen darf man aber auch nicht die mentale Vorbereitung. Nur weil man selber ein Jahr auf Reisen geht, heisst das noch lange nicht, dass das alle Anderen um einen herum auch so sehr interessieren muss. Oder dass es sogar Leute gibt, die das überhaupt nicht verstehen können. Selbst tut man gut daran, sich ausserdem auf Genügsamkeit und Bescheidenheit einzustellen. In dem Jahr wird man weder an einer Modenschau teilnehmen können, noch passen die Highheels in den Rucksack.

Frage 9: IST SO EINE REISE TEUER?
R & J: Ja, sie ist teuer.

Frage 10: WAS WAR DAS GÜNSTIGSTE LAND, WELCHES DAS TEUERSTE?
Reto: Ich glaube, Kambotscha war eines der günstigsten Länder, zusammen mit Indien. Schon unglaublich, wenn jedes Gericht oder jede Taxifahrt einfach nur CHF 1 kostet. Am Teuersten war’s ganz klar in franz. Polynesien, wo man für eine einfachste Unterkunft schon CHF 100 zahlt. Unglaublich. Auch Brasilien hat uns geschockt.
Jenny: In dem Zusammenhang einen Rat an alle Nacharmer: Der Mix macht’s. Zum einen ist eine Weltreise, die nur aus “westlichen” Ländern besteht langweilig, zum Anderen ist sie unbezahlbar. Man sollte mindestens 2/3 eher günstige Ziele einplanen, 1/3 “teure” Länder ist ok. Man hat auch keine Lust an teureren Destinationen ständig am Abend im Hotel zu hocken oder gar am Essen sparen zu müssen. Unsere McDonalds-Quote war 4 Mal im ganzen Jahr!

Frage 11: IST EINE WELTREISE FÜR JEDERMANN GEEIGNET?
Reto: Definitiv nicht. Es gibt viele, die sich sehr wohl fühlen im Pauschal-Urlaub oder im nahen Ausland, die sollte man nicht zwingen, sich in alte, laute, dreckige Busse und ähnliches zu zwängen. Aber jeder, der sich es wünscht, auf eine Weltreise zu gehen, fühlt sich meist auch wohl dabei – sonst hätte er das Bedürfnis nicht.
Jenny: Das kommt auf das Budget an und die Länge ;-) Eine fünf-Sterne Luxus-Reise hat wahrscheinlich jeder für ein paar Monate gern. Aber eine auf straffen Budget geplante, individuelle Backpacking-Tour ist nur für Leute etwas, die willens sind, sich aus ihrer Komfort-Zone herauszubewegen und zu improvisieren. Unsere “normalen Werte” wurden ganz schön auf dem Kopf gestellt und wir wurden oft sehr an unsere Grenzen gebracht. Aber das war uns im vorhinein absolut klar.

Frage 12: IST REISEN ALSO NICHT GLEICH “FERIEN MACHEN”?
Reto: Wir hatten vielleicht etwa gleich viel “Urlaub” wie jeder normale Arbeiter in einem Jahr – 5 Wochen vielleicht? Ansonsten ist Reisen auch Arbeit, mit viel Administration, Planung und Durchhaltewillen. Es erschöpft ab und zu ganz schön.
Jenny: Das kann ich nur unterstreichen. Das hört sich jetzt vielleicht komisch für alle Leser an, aber wir waren keinesfalls “Dauerurlauber”, “Ferienmacher”, ect. Wirklich REISEN ist ab und zu harte Arbeit. Körperlich: Man schleppt buchstäblich seinen ganzen Haushalt mit sich rum und lange (bis zu 48Stunden!!) Bus- oder Zugtouren stressen ganz schön, Mental: an z.T. sehr aufrüttelnden Erlebnissen hat man mitunter ziemlich zu knabbern, ausserdem ist man überall wo man hinkommt ein Fremder und versteht in den meisten Fällen die Landessprache nicht und wie gesagt, die Organisation. Auf der “faulen Haut” liegt man fast nie.

Frage 13: WIE GEHT MAN MIT ARMUT/ KRANKHEIT/ UNGERECHTIGKEIT UM?
Jenny: Damit ist nur schwer umzugehen. Teilweise haben wir ja im Blog darüber geschrieben, was ein Kanal war zu verarbeiten. Ausserdem durch Gespräche miteinander und letztendlich den Mut hinzuschauen, sich zu konfrontieren und – wenn auch nur im ganz Kleinen – etwas dagegen zu tun. Täglich haben wir einen kleinen Teil unseres Tagesbudgets Bettlern oder sonstwie Bedürftigen gespendet oder Jemandem Essen gekauft. Aber es ist schon wirklich schlimm, wie ungerecht die Welt heute ist…
Reto: Darauf muss man sich vorher mental vorbereiten, auch wenn man früher schon Bettler und Armut gesehen hat. Die Zustände in China und z. B. Indien sind ohne Vergleich. Neugeborene, die auf einem Zeitungspapier auf dem kalten Steinboden schreiend liegen oder Leprakranke, die mit der ihnen gebliebenen Hand um einen Rappen bitten, das sind Bilder, die schwer verdaulich sind. Mit der Devise, Essen – z.B. Früchte für bettelnde Kinder – zu kaufen und zu verschenken, sind wir glaub ich ganz gut gefahren. Man sieht die Dankbarkeit, die Kinder kriegen gesundes Essen, was ihnen nützt-  statt Geld, dass sie sofort weitergeben müssen.

Frage 14: NERVT ES NICHT, EIN JAHR AUS DEM RUCKSACK ZU LEBEN UND IMMER DIE GLEICHEN SACHEN ZU TRAGEN?
Jenny: Ja, es nervt!!!!!!!!
Reto: Ah – Top5 Erlebnis: In Santiago de Chile endlich ein frisches Hemd auf der Haut zu spüren. Doch es nervt ab und zu, aber es macht die Sache auch unendlich einfach. Im Moment bin ich eher überfordert, Ordnung in meinen Sachen zuhause zu halten oder zu entscheiden, welches Hemd ich mit welcher Hose anziehe.

Frage 15: WAS MUSS MAN AUF JEDEN FALL AUF EINE WELTREISE MITNEHMEN, WAS LÄSST MAN BESSER ZU HAUSE?
Reto: Es gibt viele Sachen, die man sicher braucht. Eine Schnur z.B. als Wäscheleine, um das Moskitonetz zu befestigen oder eine Tür zuzuhalten. Oder einen Kompass – oft gebraucht. Und natürlich ein Schweizer Taschenmesser!
Jenny: Zu Hause lassen: (hohe) Ansprüche, fixe Pläne, Ungeduld, Klischees…. und mitnehmen: Abenteuergeist, Flexibilität, Humor, Mut, Kreativität, Lernbereitschaft, Ausdauer…

Frage 16: SEID IHR EUCH NICHT BEI 355 TAGEN 24/7 IRGENDWANN AUF DEN KEKS GEGANGEN?
Jenny: Überhaupt nicht! Im Gegenteil!!!
Reto: Rechnerisch gesehen fast überhaupt nicht – verglichen mit der Zeit, die man zusammen verbringt. Der grösste Luxus einer solchen Reise ist ganz klar, unbeschränkt Zeit für einander zu haben. Man lernt dem anderen bedingungslos zu vertrauen – und lernt den anderen noch viel besser kennen.

Frage 17: HAT EUCH DIE REISE VERÄNDERT?
Reto: Hm… das hoffe ich doch schwer. Ich denke schon dass man jetzt Situationen und Probleme in einem grösseren Zusammenhang sieht und sich gewisse Dinge relativieren. Andererseits lernt man natürlich auch, die Dinge zu schätzen, die man hat. Alles in allem hofft man, dass man zu einem verständnisvolleren, offeneren, freundlicheren und vor allem ausgelicheneren Menschen geworden ist … beurteilen müssen’s aber wohl die um einen herum.
Jenny: Klar. Ich denke so eine Reise verändert einen zwangsläufig. Man sieht nicht nur die schönen Seiten der Länder, die man in den Ferien wahrnimmt… man taucht intensiver in die Kulturen ein und nimmt auch deren Probleme deutlicher wahr. Ich hoffe für uns, dass das bei uns noch lange präsent bleibt und nicht durch den westlichen Lebensstil zu sehr verblasst. Diese Erfahrungen helfen einem, gewisse Zusammenhänge und Reaktionen besser zu verstehen, selbst vielleicht anders zu handeln (Umweltthemen) und “über den Tellerrand hinauszuschauen”. Ausserdem erfährt man, wie es sich anfühlt, überall wo man hinkommt ein Fremder und Ausländer zu sein… interessante Erfahrung. Man lernt viel, was man in seiner Heimat selber besser machen möchte.

Frage 18: GAB ES GEFÄHRLICHE SITUATIONEN? SEID IHR MAL KRANK GEWORDEN?
Jenny: Bis auf die alle drei-wöchentlich vorkommenden Magen/Darmkäferli in Indien (oder generell Mittlerer Osten/Asien) waren wir glücklicherweise nie krank! Das Schlimmste für mich waren Busfahrten… jaaaaaa… DANN war ich richtig krank!! Gefährlich war es nie. Uns ist nicht mal ein Kugelschreiber gestohlen worden. Man sollte sich von den Nachrichten nicht so verrückt machen lassen! Eine gute Portion Umsicht und Südamerika wird zum Dorf!
Reto: Als aufmerksames Paar passt man schon nicht mehr in’s typische Beuteschema von Gaunern, also hatten wir nie Probleme. Nur einmal wurde es etwas hektisch – als uns in Kambodscha ein Tuk-Tuk Fahrer um einen Dollar betrügen wollte und ich ihn – aus Prinzip – nicht bezahlen wollte. Da holte er das massive Vier-Kant-Holz hervor und drohte, uns zu töten, falls er uns später nochmals sehen sollte.

Frage 19: WÜRDET IHR ES WIEDER TUN?
Jenny: Ich geh nur noch schnell packen…
Reto: Die Antwort ändert sich wohl während und nach der Reise wöchentlich. Fakt ist – es gibt noch viel mehr zu entdecken auf dieser Welt. Wenn man grad dabei ist, hat man vielleicht genug davon, sobald man aufhört, zu entdecken, vermisst man es.

Frage 20: WERDET IHR ES WIEDER TUN?
Jenny: No comment.
Reto: Schatz, war dafür nicht die dritte Säule (schweizerische Altersvorsorge) gedacht? …. Achso….

Frage 21: WAS MÖCHTET IHR ABSCHLIESSEND NOCH LOSWERDEN?
Jenny: Es war eine wundervolle Reise, eine Erfahrung die ich niemals mehr missen wollte! Wir hatten unglaublich schöne Tage, Momente des 100%igen Glücks… wurden aber auch manchmal an unsere Grenzen gebracht. Es war eine Schule für sich. Die zweite Runde kommt – spätestens wenn wir irgendwann mal Pensioniert sind :-) Aber soll ich Euch noch sagen, was wirklich das allerallerbeste an der ganzen Reise war?! Mein liebster Schatz! Es gab nichts Schöneres, als mit Dir zusammen zu sein… Ich danke Dir für alles….!
Reto: Wer die Chance hat, das Gleiche zu tun – wenn auch nicht in diesem Ausmass und in dieser Länge – sollte es tun. Das Geld kann man hinterher wieder scheffeln – die Erfahrungen, die man verpasst, kann man evtl. nie wieder nachholen.

 

Ein würdiger Abschluss in Madrid

Aug 28th, 2011 Posted in Uncategorized | Hinterlass einen Kommentar! »

So, das letzte Wochenende dieser fantastischen Reise ist angebrochen. Um uns wieder ein wenig an Europa zu gewöhnen, bleiben wir ein paar Tage noch in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Um es kurz zusammen zu fassen: wir sind überwältigt. Die Sonne scheint aus allen Knopflöchern, die Stadt ist sauber, uns faszinieren die absolut super erhaltenen alten Bauten, geniessen die Parkanlagen und kühlen uns zwischendurch auf einer der vielen Plazas mit einer feinen Sangria ab! “La vida dulce”! Noch für ein Wochenende dürfen wir das geniessen….

Von einem früheren Aufenthalt kennen wir schon Barcelona. Klar, das Meer und der Strand ist ein klarer Vorteil. Aber wir möchten fast sagen, dass und Madrid fast besser gefällt. Diese Stadt hat – offizieller Statistiken zufolge- die meisten Bäume und Bars pro Einwohner. Eine Stadt zum Leben. Zum Geniessen. Zum Sein. Und um eine Weltreise zu Ende gehen zu lassen.

Die Gefühle sind nun gemischt. Was letzte Woche noch alles easy war, relativiert sich nun. Heimkommen ist doch nicht so einfach. Die Gedanken kreisen… Werden wir uns wieder einleben können? Wie lange wird das dauern? Werden wir es ertragen getrennt zu sein? Passt so ein strikter schweizer Alltag noch zu uns? Ist das nicht überhaupt eine ganz mühsame Erfindung?! Vamos a ver.

Für’s hier und jetzt geniessen wir jedenfalls lieber noch Madrid bei Serano-Schinken, Paella und Rioja.

 

Letzte Wochen in Buenos Aires

Aug 14th, 2011 Posted in Argentina | Hinterlass einen Kommentar! »

Der Name Buenos Aires weckt grosse Erwartungen in Reisenden, zumindest in uns. Die Klischees reichen von  lebenswertester Stadt Südamerikas (evtl. zusammen mit Rio), bis hin zur Rindfleisch-Welthauptstadt oder Beherberger von dunklen Gassen, wo verführerischer Tango auf der Strasse getanzt und bester Rotwein and den Tischen getrunken wird. All das mit alt-ehrwürdigen Kulisse. Doch was ist dran an diesem Ruf?

Wir besuchen Buenos Aires als letzte Stadt Südamerikas, bevor es zurück in die ‘alte’ Welt geht. 18 Tage haben wir Zeit, unser Spanisch nochmals aufzupolieren und alle Ecken von BA (so die Kurzform) kennenzulernen. Als Ausgangspunkt mieten wir uns ein Apartment im Zentrum der Stadt – im Stadtteil ‘Recoleta’.

Bald werden einige Dinge klar: Die Argentinier haben zusammen mit den Chilenen das fürchterlichste Spanisch – es ist schon halb italienisch. Doch nach ein paar Tagen gewöhnen wir uns dran und sprechen nun auch stolz unseren argentinischem Akzent :-) .  Zweitens – der Tango ist Vergangenheit und wird als Touristenattraktion und Verdienstmöglichkeit aufrecht erhalten. Ausser bei überteuerten Touristen-Shows mit schlechtem Essen, in Tanzschulen oder auf der Strasse mit Kasse vornedran ist der echte Tango kaum mehr zu finden. Und: Das Rindfleisch in Argentinien ist tatsächlich das Beste der Welt. (Ok – bevor irgendwelche Kenner reklamieren: Noch fehlt uns das Kobe-Beef zum Vergleich, das Black Angus steht jedoch genauso hinten an wie das Emmentaler Bio-Rind von Naturaplan). Einfach unglaublich, und das für ca. 10 Euro pro Kilo Rindsfilet. Ein Traum! Ausserdem schmeckt fast jeder Malbec, den man dazu trinkt.

Alles in allem gefällt uns Buenos Aires.  Ein Besuch der Stadt gehört sicher zu einer Südamerika-Tour dazu. Trotzdem muss man sich damit abfinden, dass leider viele schöne alte Bauten am verfallen sind. Die Strassen sind allesamt ramponiert und die Gehwege durch Haushalts- und Hundeabfall verstopft. Trotzdem schaffen es einzelne Stadtteile, ihren Charme aufrecht zu erhalten, durch Restaurants, Bars und Cafes, Antiquitäten-Shops und Strassenmusiker. Und unser Bedarf an Rindfleisch ist bis auf weiteres auch gedeckt. :-)

5 vor Heimkehr

Aug 9th, 2011 Posted in Argentina | 1 Kommentar »

Nun ist der historische Moment gekommen – noch genau eine Woche, dann sind wir von unserer einjährigen Weltreise zurück, in der schönen Schweiz…

Unzählige Male wurden wir nun schon gefragt, wie man sich denn da so fühle. Wörtliche Zitate lauteten z.B.: “Freut man sich, will man es nicht wahr haben oder ertränkt man es im Alkohol?!”. Ihr braucht keine Angst haben, trotz eines gelegentlichen Caipirinhas oder einem feinen Glas Rotwein in den letzten Wochen, mussten wir noch keine unschönen Gefühle auf diese Art und Weise “betäuben”..

Zugegebenermassen ist es ein komisches Gefühl. Wir erfassen noch nicht so richtig, dass in einer Woche tatsächlich alles vorbei sein wird. Irgendwie kann man es so gar nicht glauben. Natürlich haben wir die Freiheit, jeden Tag zu tun und zu lassen, was wir wollten sehr genossen, so etwas passiert einem wohl nicht so schnell im Leben… Das war ein unglaubliches Luxus, den es sehr schwer fällt, wieder ab zu geben.

Es war ein sehr schönes Jahr, wir haben unendlich viel gesehen und erlebt und wir haben so sehr genossen zu Zweit zu sein! Zwar war das Reisen an sich nicht immer entspannend, aber innerlich und “mental” sind wir absolut relaxt und stressfrei. Vor allem haben wir dieses Jahr viel gelernt. Eigentlich konstant. In der “Western World” sind wir ja so privilegiert. Wenn man nicht nur “5-Sterne-Urlaube” macht, wird man damit zwangsläufig konfrontiert…. Bei unserer ca. 1- bis 2-Sterne-Reise (falls man das so definieren kann/will) natürlich um so mehr. Aber das wollten wir ja auch und es hat geholfen, die Welt tatsächlich einmal mit anderen Augen zu sehen. Wir werden mit absoluter Sicherheit noch lange von den Erfahrungen zären.

Jedoch wollen diese ganzen Eindrücke auch verarbeitet sein. Selbst nach einem schönen und “gehaltvollen” Urlaub braucht man die Zeit hinterher, um alles innerlich “zu verschaffen”… Nach einem Jahr freuen wir uns nun auch auf die Zeit, alle gemachten Erfahrungen zu richtig erstmal auf uns wirken zu lassen. Wenn man jeden Tag etwas Neues sieht, kann man das irgendwann gar nicht mehr richtig.

Wir haben das Gefühl, dass ein Jahr des Reisens eine gute und lange Zeit war… langsam haben wir genug von Rucksack packen, schmierigen Zügen, Nachtbussen und Hostels… Wir sehnen uns nach “unserem Plätzchen”. Ja wir sagen es nochmal deutlich : OH DER RUCKSACK NERVT MITTLERWEILE SO SEHR!!!

Der Gedanke eines “geregelten” Alltags lässt uns hingegen erschaudern. Können wir dieses Konzept nicht einfach weiterhin ignorieren, bitte?!?!?!

Dennoch fühlen wir uns nun bereit nach Hause zu kommen. Die Freude überwiegt!! Es ist spannend, sein Leben noch einmal ganz neu zu planen… Auch haben sich vielleicht einige Prioritäten verschoben. In diesem Jahr (glauben wir) gemerkt zu haben, was uns wirklich wichtig ist oder auch was wir in Zukunft anders machen wollen… Irgendwie ist das total aufregend! selbstverständlich im positiven Sinne!!

Aber das Wichtigste ist, und für uns der grösste Grund für die Freude auf nächsten Montag Abend, dass alle “virtuellen” Möglichkeiten heutzutage zwar toll sind (ergo Email, Facebook, Skype, ect.), aber auf gar keinen Fall Euch, liebe Familie und Freunde, ersetzen kann! Nicht einmal ansatzweise!! Wir freuen uns, Euch alle wieder zu sehen und Euch wieder ganz fest in dem Arm nehmen zu können!

Wisst Ihr jetzt, wie wir uns fühlen?!

Am Spanisch lernen…dadada…welch Freude!

Jul 27th, 2011 Posted in Argentina | Hinterlass einen Kommentar! »

So – nochmals zwei Wochen Spanisch-Unterricht in Buenos Aires, 4 Stunden täglich. Nach einem Monat in Brasilien (und demzufolge Portugisisch-Einfluss) haben wir das Gefühl, alles vergessen zu haben. Also wollen wir unserem Spanisch nochmals so richtig einen Schliff geben.

Wir sind bei Level B1 blau angelangt, d.h. wir haben bereits einen guten Grundstock an Vokablen und vor allem Zeiten in unserem Hirn: Gegenwart, Vergangenheit, Vergangenheit 2, Zukunft formal, Zukunft informal, fortlaufende Gegenwart, fortlaufende Vergangenheit & Möglichkeitsform. Also im Beispiel des Wortes ‘sprechen’ (hablar) wäre das: yo hablo, yo hablé, yo hablaba, yo hablaré, yo voy a hablar, yo estoy hablando, yo estababa hablando und yo hablía. Und das natürlich in 5 Konjugationen, singular und plural.

Also das hier ist keine Beschwerde, Spanisch ist eine geniale Sprache – nur im Moment muss ich grad mal die Regeln der eben erlernten Zeitform lernen – dem Subjuntivo, einer Zeitform, den es im Deutschen und Englischen gar nicht wirklich gibt. Und daran lass ich Euch gerne teilhaben, da ich es eh repetieren muss.

Also. Der Subjantivo wird angewendet, um Möglichkeiten, negative persönliche Vermutungen, Wünsche und Aufforderungen auszudrücken. Die Konjugation entspricht der ersten Person singular (also “ich”-Form), plus entgegengesetzter Endung. Also -AR Verben enden auf -E, -ER und -IR Verben auf -A.

D.h. regelmässige Verben wie folgt:

hablar (sprechen): yo hable, tu hables, el hable, nosotros hablemos, ellos hablen
comer (essen): yo coma, tu comas, el coma, nosotros comamos, ellos coman
vivir (leben): yo viva, tu vivas, el viva, nosotros vivamos, ellos vivan

Natürlich gibt es auch bei dieser Zeitform Ausnahmen, zum Glück nur sechs “richtige”, aber wie immer, sind es sechs sehr wichtige: ser – yo sea (sein), ir – yo vaya (gehen), dar – yo dé (geben),  estar – yo esté (zeitliches sein), saber – yo sepa (wissen), haber – haya (haben).

Desweiteren sind alle Verben, die in der Gegenwart unregelmässig sind, auch im Subjuntivo unregelmässig. Zum Beispiel “decir” (sagen), wird in der Gegenwart zu “yo digo”, also im Subjuntivo zu “yo diga”. Davon gibt es mehrere Dutzend…. oder wie “conocer” (kennen): Gegenwart: “yo conozco”, im Subjuntivo “yo conozca”. Auch hier sind unglücklicherweise die wichtigsten Verben betroffen wie sehen, kommen, sagen ect…

Einige Verben, die in  der Gegenwart ein O enthalten, ändern sich in der Konjugation zu UE. z.B. recordar (erinnern), d.h. im Subjuntivo behält sich diese Regel bei, “yo recuerdo” wird zu “yo recuerde”. Bei der 2. Person plural jedoch bleibt das O (in der Gegenwart sowie im Subjuntivo):  ”nos recordamos” bzw. “nos recordemos” im Subjuntivo. Endet jedoch ein Verb, dass das O in ein UE ändert, auf -IR, ändert sich auch die 2. Person plural. Also z.b. “dormir” (schlafen), wird zu “yo duermo” und “nos dormimos” in der Gegenwart, im Subjuntivo jedoch wird es zu “yo duerma” und “nosotros durmamos”.

Die gleiche Regel gilt für Verben, bei denen sich das E in ein IE verwandelt in der Konjugation, z.B. “empenzar” (beginnen) oder preferir (bevorzugen), auch hier ändert sich aber in der 2. Person plural (nosotros/wir) nur die -AR und -ER Verben, nicht die -IR Verben, also “yo piense” aber nosotros “pensemos” im Subjuntivo, jedoch “yo prefiera” und “nosotros prefiramos”.

Wäre das alles berücksichtigt, bleibt noch das Problem der eigenwilligen Buchstaben (letras caprichas): z.B. wird “g”, gefolgt von a,o und u, als [g] ausgesprochen (z.b. gato – Katze), gefolgt von e und i jedoch als [ch], (z.b. gente – Leute). D.h., sollte sich ein Subjuntivo so verwandeln, dass sich die Aussprache ändert, muss das mit zusätzlichen Buchstaben ausgeglichen werden. Beispiel? “Jugar” (spielen), konjugiert sich in der Gegenwart zu “yo juego”, also unregelmässig. Im Subjuntivo wäre es also dann “yo juege”. Da sich dieses jedoch als [jueche] aussprechen würde, muss ein zusätzliches “u” eingefügt werden, also heisst es dann “yo juegue”, damit die richtige Aussprache gewährleistet wird. Dies wieder in den üblichen 5 Konjugationen.

Wenn du bis jetzt gelesen hast, beglückwünsche ich dich. Ich jedenfalls habe die ganze Theorie für morgen repetiert. Jetzt heisst es, die ganzen Ausnahmen auswendig lernen und anwenden, damit das ganze auch fliessend aus Hirn über Sprachzentrum bis Lippen durchdringt. Aber irgendwie macht’s doch Spass!

(Jenny) …also ich hab in der Zeit, wo Du unsere Freunde hier nervig gemacht hast, wenigstens meine Hausaufgaben erledigt und gelernt… hehehe!!

 

Das Pantanal – der wilde Westen Brasilien’s!

Jul 24th, 2011 Posted in Brazil | Hinterlass einen Kommentar! »

Um die Schönheit des weltgrössten Sumpfgebiets, des Pantanals, so richtig bewundern zu können, setzten wir uns drei Tage – mitten im Nirgendwo – auf eine hier typische “Fazenda” ab…Zuerst fliegen wir von Rio, über Brasilia bis nach “Campo Grande”, der “Hauptstadt” des Pantanals und Ausgangspunkt für alle Touren und Erkundungen. Von hier nehmen wir den Bus – mal wieder durch die Pampa, teilweise über Buckelpisten – bis nach Miranda… In Miranda wiederum bringt uns das Skelett eines Taxis die restlichen 20km (oder letzte 45 Minuten) so richtig aufs Land. Hier gibt es nichts mehr ausser riesige Rinder- oder Pferdefarmen. “Da haben sich Gehr’s wohl wieder einen eingemurmelt…”, dringt es durch meinen Kopf während das Taxi über diverse Schlaglöcher im roten Sand fliegt. Wir kommen auf der “Fazenda”, also Farm, an… wir werden herzlich auf Portugiesisch begrüsst… kein Problem mehr – mit ein bisschen Spanisch und einer gehörigen Portion Kombinationsfähigkeit (oder “einem im Tee”) geht das gut (hört sich nämlich fast wie russisches Spanisch an… ;-) ).

Irgendwie hatten wir uns das Ganze etwas anders vorgestellt. Wir finden uns mitten im “Wilden Westen” wieder… von Sumpf ist hier keine Spur. Nicht bedacht haben wir die Jahreszeit. Die Sonne brütet und über Tag geniessen wir um die 33°C… Klar, dass sich jede Pfütze verflüchtigt! Aber wir sind gespannt, was die nächsten Tage so bringen. Wir erkunden die Gegend entweder zu Fuss, zu Pferd oder per Anhänger am Traktor und sehen viel Spannendes. Die blauen Aras haben wir Euch ja in einem früheren Special auf unserem Blog schon gezeigt. Das Pantanal hat mehr Caimane (kleiner Bruder vom Krokodil), als die Schweiz Einwohner – so heisst es. Das wollen wir gern glauben, denn wo wir auch hinschauen – überall liegen an den Ufern der Seen oder Flüssen Dutzende… Ausserdem sehen wir die recht eigentümlichen “Capivahra” oder zu deutsch “Wasserschweine”. Auch ein Gürteltier rennt durchs Dickicht… Ein besonderes Highlight sind aber die vielen verschiedenen farbenfrohen Vögel;  unsere Favouriten sind die verschiedenen Arten der Tucane, die morgens vor unserem Bungalow in den Papayabäumen sitzen.

Ausserdem gehen wir noch Piranhas fischen. Wir lernen, dass diese sehr speziellen Fischchen eigentlich nur gefährlich sind, wenn sie Blut riechen. Der Besitzer unserer Logde und sein Teenager-Sohn gehen manchmal im gleichen See auch schwimmen… Ah, Gleiches gilt auch für die bis zu 2 Meter grossen Caimane… Ausprobieren wollen wir das jedoch nicht unbedingt. Wir haben unseren Spass am Fischen… und – die im Verhältnis wesentlich erfolgreicheren Piranhas – am blitzschnellen Abknabbern unseres Fleisch-Köders vom Haken… haha. Ein paar Tage verbringen für ausserdem im Dorf “Bonito” – noch mehr im Züüüg (!!). Hier sagen sich wirklich Fuchs, Igel, Tukan und Gürteltier “Gute Nacht”… Aber wir machen noch bei der Nummer-Eins-Attraktion mit: dem Schnorcheln im “Rio Sucuri”, einem glasklaren Fluss, mit hunderten Fischen und azurblauen Schattierungen.Schade nur, dass genau dann die Wolken uns das Schauspiel vermiesen müssen… Aber egal – wir haben das Panatanal in vollen Zügen genossen und können es wärmstens weiterempfehlen… :-)

Sondereintrag für den blauen Ara!

Jul 18th, 2011 Posted in Brazil | Hinterlass einen Kommentar! »

Normalerweise berichten wir über Regionen, Orte, Städte, Gebiete oder besondere Erlebnisse. Dieses Mal geht es ‘nur’ um zwei kleine, blaue, flauschige Freunde – nein, nicht die Schlümpfe – an denen wir riesige Freude hatten und uns gar nicht satt sehen konnten.

Alle, die kürzlich den Film “RIO” gesehen haben, kennen sie. Wir reden von den vom Aussterben bedrohten, absolut entzückenden blauen Aras! Schätzungen zufolge gibt es nur noch 3000 Exemplare dieser wunderschönen Vögel. Wir haben das Glück, ein Pärchen (das übrigens das ganze Leben zusammenbleibt) bei einem Ausritt im brasilianischen Pantanal zu beobachten und zu fotografieren.

Deshalb widmen wir diesen knuffigen Kollegen einen Sondereintrag in unserem Blog, sowie eine eigene Fotostrecke (das hat nicht mal der Jaguar gekriegt!!). Aber sie sind uns einfach sofort an’s Herz gewachsen. Wir hoffen, Euch auch!

Buzios, die Ilha Grande und Paraty

Jul 15th, 2011 Posted in Brazil | Hinterlass einen Kommentar! »

Rio de Janeiro verfügt über eine super geografische Lage. So lassen sich ohne grossen Aufwand einige wundervolle Stranddestinationen sehr bequem mit dem öffentlichen Verkehr erreichen. Wir haben in den letzten Tagen drei davon besucht….

 

Buzios

Buzios ist fast schon eine Art Halbinsel, nördlich von Rio. Das Örtchen an sich hat alles was man so braucht, ist aber nichts Spektakuläres. Dafür haben es aber die malerischen Buchten und Strände in sich! Wir haben uns für ein kleines “Beach-Hopping” einen Tag lang einen “Buggy” gemietet, um einen Eindruck von der Schönheit dieses Fleckchen Erde zu bekommen! Leider ist in Brasilien mittlerweile “Winter” – so reicht es hier zum Baden leider nicht mehr. Aber wir geniessen die Sonne, den Strand und die Ausblicke und natürlich auch das “Açai”, das hier ab dem Ruderbötli verkauft wird. Danach sind wir nämlich schon süchtig! Dieses feine Sorbet aus einer nur hier erhältlichen Beerenart aus dem Amazonasgebiet erfrischt und ist mit Bananenstückchen und etwas Müsliflocken der ideale Energy-Snack für Zwischendurch (und es kommt noch besser: ohne Zucker, ohne Reue – diese Beere ist so süss, dass dem Sorbet kein Zucker zugefügt wird…. Warum haben wir das nicht in der Schweiz?!?!?!?!)!!

 

Ilha Grande

Ein wenig südlich von Rio befindet sich der Küste vorgelagert die “Ilha Grande”. Man erreicht sie bequem mit der Fähre und nach 80 Minuten Überfahrt erwartet uns ein herziges Dörfchen ganz ohne Autos und 102 (!) Strände zur Auswahl! Es ist einfach malerisch hier, einfach unglaublich schön.Wir machen eine Wanderung über die sanften Berge hinüber zu einer der vielen einsamen Buchten. Weit und breit Niemand, dafür um so mehr weisser Sand, türkisfarbenes Wasser und Sonnenschein. Echtes Robinson-Crusoe-Feeling… Unsere Gedanken schweifen…. “Jetzt einen Caipirinha… ok, ein Açai würde es auch tun… oder beides?!”. Natürlich muss das warten, bis das Taxi-Boot uns abholt und zurück ins Dorf bringt. Dort tobt nämlich dieses Wochenende das Leben: Ein Musikfestival zieht einheimische Touristen und vor allem die Jugend vom Festland an. So lernen wir auch die unschönen Seiten “brasilianischer Lebensfreude” kennen… Bereits um 20 Uhr ist Jeder und Jede auf dem Dorfplatz sturzbetrunken und man steigt beim Vorbeilaufen nur noch über leere Bierdosen… Also Züri-Fescht mal 10 – so ungefähr. Familien mit Kleinkindern machen auch noch munter mit… Wir verziehen uns lieber in eine ruhige Bucht am Strand, trinken einen Caipivodka mit Erdbeeren und lauschen den sanften Rythmen des live gespielten Bossa Novas…

 

Paraty

Unsere letzte Beach-Destination heisst Paraty und ist noch etwas weiter südlich von Rio… Mittlerweile hat es die Sommer-Sonne geschafft Bade-Temperaturen herbeizuzaubern. Spontan unternehmen wir also eine Segel-Cruise, um einige Buchten und Inseln zu sehen. Hier möchte man einfach gar nicht mehr weg! Wir liegen auf dem Sonnendeck, schauen in den blauen Himmel, eine leichte Samba (und ja, auch wieder den lieb gewonnenen Bossa Nova) im Hintergrund…. ahhhhh… Heute sind genau die richtigen Temperaturen. Sobald das Boot vor Anker geht springen wir in’s kühle, azurblaue Nass. Ein paar freche Fischchen kitzeln unsere Füsse. Kein Wölkchen am Himmel – what a day!

In Paraty sind wir am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs. Es gibt viele herzige, alte Gässchen mit Galerien und Boutiquen. Auch hat es ein Fort (von dem eigentlich nur noch eine Mauer und zwei Kanonen übrig sind) und einen Aussichtspunkt über die Bucht. Der Tag und unser Aufenthalt in Paraty wird mit ein wenig Souvenir-Shopping abgeschlossen.

…wir vermissen diese drei malerischen Orte jetzt schon…